Tag: Eltern
»Wer Gewalt sät«
Wenn Männer über Väter sprechen, kommen nicht immer erfreuliche Dinge zum Vorschein. So wie vor einiger Zeit bei einem langen Abend mit einem Bekannten, der mir in dieser Nacht zu einem Freund wurde. Es war schauerlich, was er über seine Vaterbeziehung erzählte. Er leitete die Reminiszenz mit dem vierten christlichen Gebot ein, das da lautet: Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohl ergehe auf Erden (Ex 20,12).Man soll den Vater ehren, ihn respektieren, ihn vielleicht sogar lieben. Sein Vater forderte bedingungslosen Respekt ein. Man sollte also Respekt vor ihm haben. Doch was er unter Respekt verstand, löste nur Angst aus. Angst vor seiner Gewalt, seiner Züchtigung, seiner Strafe, seiner Laune. Wie wird er wohl heute aufgelegt sein? Ob ihm vielleicht eine Laus über die Leber gelaufen ist? Das würde brutale Auswirkungen auf seine Laune haben, seiner Laune dem Sohn gegenüber. Wenn dem Vater jemand schön tat, war er gut aufgelegt. Dann überstrahlte er alle, denen er begegnete, mit dem charmantesten Lächeln, das man sich vorstellen kann.
...weiterlesenJosch 07.10.2025, 16.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Elterngeneration, die ihre Jugendlichen im Stich lässt
Was kann uns Literatur über die Zeit der frühen 1930er-Jahre heute noch sagen? Ist nicht längst alles hinreichend aufgearbeitet, reflektiert und dokumentiert? Haben wir nicht genug aktuelle, weltumspannende Krisen und Konflikte, mit deren Bewältigung wir mir als genug beschäftigt wären? Ich meine, dass uns „Die verlorenen Stürme“, dem Roman von Susanne Kerckhoff, der von der unseligen Zeit zwischen 1932 und 1933 aus der Sicht Jugendlicher in Berlin erzählt, eine überraschende Einsicht vermitteln kann. Eine Einsicht, die auch heute noch aktuell ist.
...weiterlesenJosch 15.11.2021, 21.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Als mein Sohn noch ein Baby war,
schlich ich mich oft an sein Bett, wenn er schlief, und schaute ihn an, einfach
nur, um das Wunder zu bestaunen, das
da in einem Bettchen lag. Ich überlegte, dass so ein kleines Wesen aus zwei
winzigen Zellen, die sich vereinigen, entstanden war. Es wächst heran, entwickelt
sich und lernt in kürzester Zeit die unglaublichsten Dinge. Während ich mir das
überlegte, assoziierte ich häufig ein höheres Wesen damit, das diese Prozesse
alle steuert. Angefangen von der Zeugung, der embryonalen Entwicklung, der
Geburt, der Entwicklung vom Baby bis hin zum erwachsenen Menschen: das war und
ist für mich ein Wunder schlechthin. Wenn ich recht überlege, dann ist der
Begriff Wunder nur für dieses
Geschehen zutreffend.
Wenn ich das Baby so daliegen sah, überkamen mich immer wahre Glücksgefühle. Ich beugte mich übers Bett und wagte kaum zu atmen, um das Baby nicht zu stören. Voller Stolz sagte ich mir dann: das ist mein Sohn!
...weiterlesenJosch 06.01.2017, 12.35 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
Warum veröffentliche ich die Gespräche mit meinem Sohn?
In den letzten Wochen und Monaten habe ich oft darüber nachgedacht, warum ich die Gespräche mit meinem Sohn auf meinem Blog veröffentliche. Eigentlich sind dies ja Kostbarkeiten, die mit der Verbreitung im Netz an Wert verlieren und das Vertrauen, das mir mein Sohn schenkt, auf eine harte Probe stellen. Wohlgemerkt: Es geht um die Gespräche mit meinem fast erwachsenen Sohn, nicht um die Gespräche, die wir miteinander geführt haben, als er noch klein war. Selbstverständlich habe ich ihm die Gespräche vor Veröffentlichung vorgelegt und ihn gefragt, ob ich sie auf meinen Blog stellen darf.
...weiterlesenJosch 17.12.2016, 17.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Josch 19.09.2016, 21.18 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL